Patient
Männlich, 55 Jahre alt Beruf: Friseurmeister
Anliegen
ZE-Planung, Zufallsbefund
Allgemeinmedizinische Anamnese
Grunderkrankung: Herz
Medikamente: Marcumar
Allgemeiner zahnmedizinischer Befund
- parodontal unauffällig
- teilweise erneuerungsbedürftige Restaurationen
Diagnostik am 09.05.2005 (fokussiert auf den Zahn 36)
Vitalitätstest: negativ
Perkussionstest: negativ
Druckdolenz apikal: negativ
Sondierungstiefen: 2-3mm
Lockerungsgrad: 0
Restauration des Zahnes: Amalgamfüllung
Kariöse Läsion: keine
Röntgenbefund: pulpanahe Füllung, verbreiteter Parodontalspalt an der mesialen Wurzel
Beschwerdebild: keine Beschwerden
Visuelle Inspektion der Schleimhaut: reizlose Gingiva
Diagnose
Pulpanekrose mit chronischer apikaler Parodontitis
Therapie
09.05.2005
- Leitungsanästhesie mit vestibulärer Gingivaanästhesie
- Anlegen von Kofferdam
- Trepanation des Pulpakavums und erschließen aller Kanalsysteme
- elektrometrische Längenbestimmung
- maschinelle Aufbereitung bis Protaperfeile F1
- desinfizierende Einlage mit Ca(OH)2 und Verschluss mit IRM
06.06.2005
- Leitungsanästhesie mit vestibulärer Gingivaanästhesie
- Anlegen von Kofferdam
- elektrometrische Längenbestimmung (s. techn. Information)
- röntgenologische Längenbestimmung (s. techn. Information)
- maschinelle Aufbereitung bis 40.06
- Spülungen mit 5,25% NaOCL (erwärmt auf 60°),17% EDTA und Alkohol
- WF mit GP und AH Plus in warmer vertikaler Verdichtung – Continuous Wave Technik (System B, Obtura II)
- Röntgenkontrolle: WF o. B.
- Verschluss mit IRM
13.06.2005
- Leitungsanästhesie mit vestibulärer Gingivaanästhesie
- Anlegen von Kofferdam
- adhäsiver plastischer Stiftaufbau mit einem Glasfaserstift
- Röntgenkontrolle: keine Anzeichen einer via falsa oder Stripperforation
10.10.2005
- Röntgenkontrolle n 4 Monaten: apikal o. B.
09.01–23.01.2006
- Präparation und Eingliederung einer keramischen Verblendkrone
25.06.2007
- Röntgenkontrolle nach 24 Monaten: apikal o. B.
Epikrise
Das endodontische Problem des Patienten wurde eher zufällig entdeckt, da im Unterkiefer neue prothetische Restaurationen geplant waren, wurden Röntgenbilder angefertigt. Diese zeigten an der mesialen Wurzel eine beginnende apikale Aufhellung. Die Diagnose lautete Pulpanekrose mit chronische apikalen Parodontitis. Nach klinischer und röntgenologischer Auswertung bestanden für uns folgende Therapiemöglichkeiten:
- Extraktion des Zahnes und Ersatz durch eine Implantat oder Brücke
- Orthograde Wurzelkanalbehandlung
Nach intensiver Beratung mit dem Patienten entschlossen wir uns zu einer Wurzelkanalbehandlung.
Unter Kofferdam und Anästhesie trepanierten wir den Zahn, erschlossen alle Kanalsysteme, führten eine elektrometrische Längenbestimmung durch und bereiteten den Zahn maschinell bis zur Protaperfeile F1 auf. Vorerst beließen wir die alte Restauration, da kein koronales Leakage vorlag. Die Kanäle wurden währenddessen mit auf 60° erwärmten 5,25% NaOCL gespült. Der Zahn wurde mit Ca(OH)2 als desinfizierende Einlage versorgt und mit IRM vorübergehend verschlossen.
In der nächsten Sitzung unter Kofferdam und Anästhesie wurden die Kanalsysteme elektrometrisch und röntgenologisch vermessen, bis auf 40.06 maschinell aufbereitet, mit Spülungen von5,25% NaOCL (auf 60° erwärmt), 17% EDTA und Alkohol gereinigt und getrocknet und mittels warmer vertikaler Verdichtung – Continuous Wave Technik (System B, Obtura II) – abgefüllt. Als Sealer diente AH Plus. Der Zahn wurde mit IRM verschlossen. Die Röntgenkontrolle zeigte ein gutes Ergebnis.
In der folgenden Behandlung wurde der Zahn mit einem plastischen Stiftaufbau mit einem Glasfaserstift versorgt.
Nach 7 Monaten wurde der Zahn mit einer keramischen Verblendkrone definitiv rekonstruiert. Die Röntgenkontrolle 2 Jahre nach der WF zeigte reizlose apikale Verhältnisse.
Als kritisch zu bewerten erscheint, dass nicht zeitgleich mit der WF ein adhäsiver Verschluss des Zahnes erfolgte und dass kein apikales Gauging mit Lightspeedinstrumenten vorgenommen wurde, um vor allem eine Unterinstrumentierung zu vermeiden.
Technische Information zur Wurzelkanalbehandlung an Zahn 36
Röntgenkontrastaufnahme:
Wurzelkanalfüllung:
Art der Wurzelkanalfüllung: warme vertikale Verdichtung – Continuous Wave Technik (System B, Obtura II)
Art der Deckfüllung: adhäsiver plastischer Stiftkernaufbau mit einem Glasfaserstift
Hybridtechnik: Protaper, GT-Rotary File, Handinstrumente adhäsiver plastis. Stiftkernaufbau:
Glasfaserstift: EasyPost Nr.1 von Dentsply Maillefer
Befestigungszement: Panavia F von Kuraray Dental
Adhäsivsystem: Xeno III von Dentsply De Trey
Flow: X-Flow von Dentsply De Trey
Komposit: Quixfil von Dentsply De Trey